1 Film sagt mehr als 1000 Worte!
Wir machen DVDs!
Unsere Leistungen
Audio Engineering
Ton+Licht-Ausstattung
CD/Audio-Remastering
DVD Authoring
Blu-ray Authoring
Was ist Authoring ?
Video Editing
Graphic Editing
Scan-Service
Audio Repair
Geräte-Reinigung
Technik-Verkauf
PC-Fix + Schulung
Stammbäume
Technische Grundlagen
Kontakt / Preislisten

Technische Grundlagen einmal genauer erklärt...

Authoring ist das Berechnen von DVDs/BDs.


DVD/BD-Authoring umfaßt die Erstellung der DVD/BD-Datenstruktur
aus Video-, Audio- und Subpicture-Streams.


Ein Stream ist ein Dateiformat,
welches auf der Zeitskala nicht nur abspielbar,
sondern auch navigierbar ist.

Die 3 Arten von Streams (Video, Audio, Subpicture),
müssen vor dem Authoring bereits jeweils in einem Stück
fertig, paßgerecht und DVD/BD-konform encodiert vorliegen.
(Subpicture wird bei bei Blu-ray in IG + PG getrennt definiert
(Interactive Graphics + Presentation Graphics))

DVD-Authoring verfolgt einen möglichst universellen Navigations-Ansatz.
Der Betrachter soll mittels einfachster bis weitverzweigter Navigation
über verschiedenste Sprach-und Schnittversionen von Spielfilmen
in Standard-Auflösung bestimmen können.

Blu-ray-Authoring erweitert diese Möglichkeiten auf verschiedene HD-Auflösungen.
DVD und BD stellen höchste Anforderungen an die Vorbereitung und Verarbeitung
des Video-und Audio-Materials.

AVCHD-Authoring verfolgt einen einfacheren Ansatz.
AVCHD dient zum Erstellen einer linear abspielbaren SD-oder HD-Roh-Clipsammlung,
wie sie aus der Kamera oder dem Internet kamen, nahezu ohne Navigation.
Hier wird weitgehend auf Reencoding verzichtet,
nur noch transcodiert und gemultiplext, wo erforderlich.


Vor dem DVD/BD-Authoring erforderliche Vorarbeiten


-  Video- und Audio-Aufzeichnung (Shooting)

-  Überspielung (Capturing)

-  Video- und Audio-Schnitt und -Bearbeitung (Video Editing / Processing).
      Hierbei wird aus dem gesamten gefilmten Material Brauchbares zusammengestellt.
      Farbkorrekturen, Vorspann/Abspann, Musikuntermalung kommen dazu.

-  Video- und Audio-Kodierung (Encoding).
     Hierbei werden spezielle Datenreduktionsverfahren eingesetzt.
     Deren Parameter können mit viel Erfahrung
     auf beste Wiedergabe-Qualität abgestimmt werden.

Je nach gewünschter Ausstattung der DVD/BD können noch
weitere Arbeiten dazukommen:

-  Synchronisieren von weiteren Audio-Spuren (Dubbing)

-  Erstellen von Untertiteln (Subtitling).


Wir führen auch diese vorgenannten Leistungen gern für Sie aus!

Der Arbeitsablauf beim DVD/BD-Authoring

A0+E0: DVD/BD-Disc-Größenbestimmung (Disc-Sizing)

Der Auftraggeber muß vor Beginn des Encoding und Authoring mit uns festlegen,
welcher Inhalt in welcher Qualität, in welcher Reihenfolge
und welcher Auswahlmöglichkeit für den Betrachter präsentiert werden soll.

Wir passen daraufhin alle Parameter optimal an das DVD/BD-Projekt an.

Wichtigen Inhalten kann beim Encoding eine höhere Bitrate und damit höhere
Wiedergabequalität, weniger wichtigen eine geringere Bitrate zugewiesen werden!

Der DVD/BD-Disc-Größen-Typ ergibt sich somit aus der Qualitätsanforderung
und eventuellen Aufteilungsvorstellungen des Auftraggebers.

DVD-Disc-Größen

Die Summe der gerundeten Seiten-Kapazitäten
pro Disc in GB(dec) gibt den Namen.

"Sides" sind Seiten (SS=single-sided, DS=double-sided),
"Layer" sind Schichten (SL=Single Layer, DL=Dual Layer),
L0="oberflächennahe" Schicht, L1 = "vergrabene" Schicht.

DVD-5: SS/SL = Seite A (Layer 0)
Max. Kapazität: 4,37 GiB(bin) = 4482 MiB(bin) = 4.589.843 KiB(bin) ~ 4,7 GB(dec)

DVD-9: SS/DL = Seite A (Layer 0+1)
Max. Kapazität: 7,91 GiB(bin) = 8106 MiB(bin) = 8.300.781 KiB(bin) ~ 8,5 GB(dec)

DVD-10 (DVD-5+5): DS/1SL+1SL = Seite A (Layer 0) + Seite B (Layer 0)
Max. Kapazität: 8,75 GiB(bin) = 8964 MiB(bin) = 9.179.687 KiB(bin) ~ 9,4 GB(dec)

DVD-14 (DVD-9+5): DS/1DL+1SL = Seite A (Layer 0+1) + Seite B (Layer 0)
Max. Kapazität: 12,29 GiB(bin) = 12588 MiB(bin) = 12.890.625 KiB(bin) ~ 13,2 GB(dec)

DVD-18 (DVD-9+9): DS/1DL+1DL = Seite A (Layer 0+1) + Seite B (Layer 0+1)
Max. Kapazität: 15,83 GiB(bin) = 16212 MiB(bin) = 16.601.562 KiB(bin) ~ 17 GB(dec)

Ein einfaches Beispiel-Projekt:
1 Film in SD-Qualität mit 1 Stereotonspur mit einer typischen Spieldauer zwischen 70-100 min.

Das ist heutzutage problemlos, kostengünstig und in sehr guter Qualität
auf einer DVD-5 realisierbar.

Bei größeren Laufzeiten, Mehrkanalton, ausführlichen Extras
kommt meist eine DVD-9 in Betracht.

Für Sammlerausgaben, Gesamtausgaben, Extended Editions
werden üblicherweise eine bis mehrere DVD-18 verwendet.

DVD-10 kommen fast überhaupt nicht vor und DVD-14 relativ selten.

8cm-DVD-MiniDiscs mit 1,4GB Speichervolumen sind als DVD-R, DVD+-RW und DVD-RAM verfügbar
und sind vorwiegend für Direct-to-Disc aufnehmende DVD-Camcorder gedacht.


BD-Disc-Größen

Die Summe der gerundeten Seiten-Kapazitäten
pro Disc in GB(dec) gibt den Namen.

BD-ROMs sind bisher nur als einseitige Disc geplant!
BD-25: SS/SL = Seite A (Layer 0)
Max. Kapazität: 23,306 GiB(bin) = 23866 MiB(bin) = 24.438.784 KiB(bin) = 25.025.314.816 B ~ 25 GB(dec)

BD-50: SS/DL = Seite A (Layer 0+1)
Max. Kapazität: 46,613 GiB(bin) = 47732 MiB(bin) = 48.877.568 KiB(bin) = 50.050.629.632 B ~ 50 GB(dec)

Als SL MiniDisc (8cm) faßt die BD-8 7,8 GiB = 7430 MiB = 7.608.320 KiB(bin) = 7.791.181.824 B ~ 8 GB(dec)
Als DL MiniDisc (8cm) faßt die BD-16 15.6 GiB = 14860 MiB = 15.216.640 KiB(bin) = 15.582.363.648 B ~ 16 GB(dec)

Ein einfaches BD-Projekt als Beispiel:
1 Film in HD-Qualität encoded als MPEG-2, mit 1 Stereotonspur und 5.1 Ton,
typische Spieldauer zwischen 70-100 min.

Das ist heutzutage problemlos, kostengünstig und in sehr guter Qualität
auf einer BD-25 realisierbar.
Wenn MPEG-4 AVC Encoding beherrscht wird,
können auch problemlos 2 Stunden und mehr auf eine BD-25 gebracht werden.
Bei größeren Laufzeiten in MPEG-2, Mehrkanalton, ausführlichen Extras
kommt meist eine BD-50 in Betracht.

Für Sammlerausgaben, Gesamtausgaben, Extended Editions
werden üblicherweise eine bis mehrere BD-50 verwendet.

8cm-BD-MiniDiscs sind als BD-R und BD-RE verfügbar und sind
vorwiegend für Direct-to-Disc aufnehmende BD-Camcorder gedacht.

AVCHD-Volume-Größen

Da AVCHD auf Speicherkarten, auf Festplatten
und auf optischen Discs vorliegen kann,
spricht man hier besser gleich vom "Volume".

Größenbeschränkungen ergeben sich hier aus den Größen des verwendeten Trägers.
"BD-9" ist als AVCHD auf einer DVD+R DL zu verstehen.
Wie bei DVD-9 : SS/DL = Seite A (Layer 0+1)
Max. Kapazität: 7,91 GiB(bin) = 8106 MiB(bin) = 8.300.781 KiB(bin) ~ 8,5 GB(dec)
Beim Encodieren für "BD-9" ist eine Bitratenbeschränkung auf max. 3xDVD zu beachten,
weil zum Auslesen ein roter Laser eines DVD-Laufwerks benutzt wird.

AVCHD auf Blu-ray Discs ist ebenfalls möglich!
AVCHD auf BD-25: SS/SL = Seite A (Layer 0)
Max. 23,306 GiB(bin) = 23866 MiB(bin) = 24.438.784 KiB(bin) = 25.025.314.816 B ~ 25 GB(dec)

AVCHD auf BD-50: SS/DL = Seite A (Layer 0+1)
Max. 46,613 GiB(bin) = 47732 MiB(bin) = 48.877.568 KiB(bin) = 50.050.629.632 B ~ 50 GB(dec)

Als SL MiniDisc (8cm): AVCHD auf BD-8 7,8 GiB = 7430 MiB = 7.608.320 KiB(bin) = 7.791.181.824 B ~ 8 GB(dec)
Als DL MiniDisc (8cm): AVCHD auf BD-16 15.6 GiB = 14860 MiB = 15.216.640 KiB(bin) = 15.582.363.648 B ~ 16 GB(dec)

AVCHD auf SD-Speicherkarte (FAT16): 3999MiB
AVCHD auf SDHC-Speicherkarte (FAT32):32GiB
Bitratenbeschränkung je nach Speicherkarten-Datendurchsatzgeschwindigkeit.

Achtung: Es zählt hier die "Netto-Sustained Datarate"!
Oft geben die Speicherkarten-Hersteller eine Brutto-Peak-Datarate an,
die in der Regel nur 1x beim Erstbeschreiben
und unter Laborbedingungen erreicht wird.


Das eigentliche Authoring

A1: Structure & Connections
Im Authoring-Programm erfolgt zuerst das Anlegen
der grundlegenden Ablaufsteuerung der zu berechnenden DVD/BD.

DVD
Zuallerst kommt die First Play (FP) Domain,
die nach dem ersten Einlegen einer unbekannten DVD/BD
nur ein einziges Mal durchlaufen wird
und mit besonderen Eigenschaften versehen werden kann.
Hier kann ein kurzer Vorfilm laufen, der z.B die Filmgesellschaft präsentiert.

Darauf folgt ein einziges übergeordnetes VMG Menü.
Das VMG Menü verzweigt in die RootMenüs der nächstniedrigeren Domain,
der Video Title Sets oder VTS.

Es folgt das Anlegen eines oder mehrerer Video Title Sets (VTS).
Ein VTS dient zur logisch und physisch zusammenhängenden Unterbringung von Filmmaterial mit jeweils gleichartigen Parametern und Zugriffsmöglichkeiten.

1 bis 99 VTS sind theoretisch möglich, oft wird nur 1 VTS benötigt.
Bei Einleitungsfilm und Extras in verschiedenen Auflösungen
oder mit verschiedener Anzahl von Tonspuren sind 4-5 VTS üblich.

Jedes VTS kann 1 bis 99 Titles enthalten.

BD
Für BD ist die VMG/VTS-Struktur nicht erforderlich.
Das Containerformat MPEG-2 TS und die flexibleren Decoder
ermöglichen das Abspielen weiterer Encodingverfahren
(MPEG-2, MPEG-4 AVC, VC-1) und diverser Multiplexvarianten von Streamarten.
Hier sind 255 Titel möglich

Jeder Titel kann 1 bis 99 (BD: 1-999) Kapitel (PTT) sowie 1-1001 Cells (Zellen) enthalten.
Jedes Kapitel benötigt mindestens eine Zelle.
(Die Zelle ist die kleinste Einheit,
für welche bestimmte Abspieleigenschaften festgelegt werden können.)

Weiterhin können 1-999 Program Chains (PGCs) festgelegt werden.
Ein Standard-PGC spielt einfach alle Kapitel von ersten bis zum letzten sequentiell ab
Aber auch andere Reihenfolgen sind programmierbar.
Weitere PGCs könnten z.B, wenn sie aufgerufen werden,
nun bestimmte Kapitel in bestimmter Reihenfolge aufrufen oder andere einfügen.

AVCHD
AVCHD ist als Consumer-Container für HD-Clipsammlungen gedacht
und ist in erster Näherung als vereinfachtes Subset von Blu-ray vorstellbar. AVCHD-Compilationen können von AVCHD-Kameras oder getrennt encodiert
als .m2ts-Streams mit 1 Video, mehreren Audio- und Subtitle-Streams
in vereinfachtem Subset sowohl auf SD-Speicherkarten (SD, SDHC) als auch auf optischen Discs
/DVD+-R/RW, BD-R/RW) vorliegen. AVCHD bedient keine Menü-Navigationsstruktur.
Hier soll der AVCHD-taugliche Blu-ray-Player
aus der beim AVCHD-Authoring erstellten Playlist eine bestehende Streamsammlung zusammenfassen und abspielbar machen.
Je nach Fähigkeiten der abspielenden Anwendung
können auch Leistungsmerkmale aus dem Bereich Blu-ray
implementiert werden.

Für alle Authoring-Aufgaben DVD/BD/AHVHD gilt:
Aus Gründen von Implementationsgrenzen der verwendeten Authoring-Software
sind unter Umständen nicht alle Maximal-Kombinationen
der vorgenannten Struktur-Eigenschaften gleichzeitig verfügbar.

Jeder dieser 1-99 (BD:1-255, AVCHD:1-252) Titles pro VTS/Playlist
kann eine der folgenden Formen annehmen:

Video Title:

Ein Film mit 1-9 Video-Angles (Video-Winkel),
mit 0-8 Audio-Tracks (Tonspuren) zu je 1-6 (BD:1-8) Kanälen,
mit 0-32 Subpicture-Tracks,
zeitlich in 1-99 (BD:1-999) fortlaufende Kapitel unterteilt.
Kapitelsprung- und Vorspul/Rückspul-Navigation möglich.

Die Subpicture-Tracks werden überwiegend als Subtitle-Tracks
für die Darstellung von Untertiteln in verschiedenen Sprachen verwendet.
Wer Subpictures komplett beherrscht, kann außer Text auch anderen beliebigen Bildinhalt
in bis zu 3 (BD:255)gleichzeitig verfügbaren Farben aus einer 16 (BD:255) freiwählbare YUV-Farben
umfassenden Referenztabelle (CLUT) in je 16 möglichen Transparenzstufen rendern und einmultiplexen lassen.
Von den 32 Subpicture-Tracks kann 1 Track als
BOV-Subpicture (Button Over Video) verwendet werden.
Ein BOV-Subpicture kann genau wie ein Menü-Subpicture
mit Beginn einer Video-Zelle vom DVD-Player eingeblendet werden.
Bei 4:3-Video können bis zu 36 Buttons, bei 16:9-Video bis zu 18 Buttons enthalten sein,
(BD:250 Buttons)
die vom Betrachter mit der Fernbedienung navigiert und betätigt werden können.
So sind zum Beispiel weitere versteckte Inhalte
(getrennte PGCs wie Director's Cuts, Filmstücke, Menüs)
aus dem laufenden Film anwählbar.

Audio Title:

Eine Audio-Aufzeichnung
mit 1-2 Audio-Tracks zu je 1-6 (BD: 1-8) Kanälen,
zeitlich in 1-99 (BD:1-999) fortlaufende Kapitel unterteilt
mit einem durch alle Kapitel konstanten Standbild
oder pro Kapitel wechselndem Standbild.
Kapitelsprung-Navigation möglich

Slideshow Title:

Eine Slideshow (Diashow) mit 1-99 (BD:1-999) Standbildern
und 0-2(BD:0-8) Audio-Tracks zu je 1-6 (BD:1-8) Kanälen.
Bildsprung(=Kapitelsprung)-Navigation ist möglich.

Multi-Segment (PGC)-Title:

1-99 (BD:1-999) Segmente von Film, Standbildern und Audio
mit frei wählbarer oder registerabhängiger Zuordnung (z.B. Quiz)

Auf jeder DVD/BD sind alle Formen von Titles gemischt möglich.
Somit erreicht man auf diesem Medium zum ersten Mal
eine beachtliche Präsentationsvielfalt auf kleinstem Raum.

A2: Stream Import
Nun erfolgt pro angelegtem VTS und Title der Import aller erforderlichen
Video-, Audio- und Subpicture-Streams sowie der Kapitel-Zeitmarken.
Das Authoring-Programm prüft alle Import-Elemente auf DVD/BD-Kompatibilität
und es werden ggf. streamspezifische Indexdateien erstellt.

A3: Menü Design
Es werden vom Author die für den Betrachter erforderlichen
Menü-Hintergründe, Steuerungs-Schaltflächen (Buttons) und deren Highlights gestaltet,
in ein oder mehrere Menüs eingebaut, eventuell mit Menü-Ton versehen
und mit den betreffenden Instanzen verlinkt.
Ein Menü-Subpicture kann genau wie ein BOV-Subpicture
mit Beginn einer Menü-Zelle vom DVD-Player eingeblendet werden.
Bei 4:3-DVD-Menüs können 1 bis 36 Buttons, bei 16:9-DVD-Menüs 1 bis 18 Buttons enthalten sein,
die vom Betrachter mit der Fernbedienung navigiert und betätigt werden können.
FÜr jedes BD-Menü können 1 bis 250 Buttons gesetzt und verlinkt werden.

A4: Menü Rendering Nach den ersten Menü-Durchlauf-Tests werden, falls erforderlich,
bewegte Elemente (Slideshows, Motion Menüs, Motion Buttons, 3D-FX)
als Videos extrahiert, berechnet (gerendert) und encodiert.

A5: Menü/BOV Subpicture Highlighting
Nach dem Entwurf der Menühintergründe müssen für alle aktiven
Menü-und Schaltflächen Subpicture-Highlights entworfen werden.
Deren Farbpalette muß ggf. für Antialiasing- oder Micro-Animation angepaßt werden.

Nun wird nach Kundenvorgaben die Menü-Ablaufsteuerung
für die fertige DVD/BD implementiert und berechnet.
Dazu werden vom Author
die für alle gewünschten Ablaufszenarios erforderlichen
logischen Instanzen angelegt und verlinkt.

A6: Menu Link Connections
Herstellen der logischen Verknüpfungen der Menu Buttons.

A7: Menu Link Navigation Routing
Festlegen der Pfeil-Navigation für die Fernbedienung.


ggf. A8: DVD/BD-Restriktionen

A8a: Regionalcodes

Zum Erreichen maximaler Wertschöpfungsquoten
bei weltweit zeitlich und preislich gestaffelter Veröffentlichung desselben Inhalts
haben die großen Filmverlage die Möglichkeit haben wollen,
das Abspielen bestimmter DVDs/BDs nur in bestimmten Regionen der Welt zu gestatten.


Für das Medium DVD wurde die Erde in 8 geographisch bestimmte,
nach Interessengebieten (Märkten) getrennte DVD-Regionen eingeteilt.


Für Deutschland gilt die DVD-Region 2

DVD-Regionen
Region 1: USA, Canada
Region 2: West-Europa, Süd-Afrika, Japan
Region 3: Südost-Asien
Region 4: Australien, Neuseeland, Ozeanien, Süd-und Mittel-Amerika
Region 5: Ost-Europa, Rußland, Afrika
Region 6: China
Region 7: Reserviert
Region 8: Mobile Regionen wie Flugzeuge, Schiffe, Bohrplattformen


Für das Medium Blu-ray wurde die Erde in 3 geographisch bestimmte,
nach Interessengebieten (Märkten) getrennte BD-Regionen eingeteilt.



Für Deutschland gilt die BD-Region B

Blu-ray-Regionen
Region A: USA, Canada, Süd-und Mittel-Amerika, Japan, Südost-Asien
Region B: Europa, Arabien, Afrika, ,Australien, Neuseeland, Ozeanien
Region C: China, Rußland, Eurasien, Mongolei, Ost-Asien

Des weiteren wurde verfügt, daß dem Endkunden weltweit nur Abspielgeräte mit dem für ihre Heimatregion gültigen Regionalcode verkauft werden dürfen. Nur bei Übereinstimmung der Regionalcodes von DVD(BD und DVD/BD-Player kommt es zur Wiedergabe, andernfalls wird dem Betrachter ein Standbild mit dem Blockierungshinweis gezeigt. Bei Computer-DVD/BD-Laufwerken läßt die RPC2-Firmware im Neuzustand maximal eine 1-malige Einstellung und 4-malige Umstellung des Regionalcodes zu. Danach ist dieses Laufwerk "verbrannt" und läßt sich nicht weiter umstellen.
Der letzte Regionalcode ist der bleibende! Nur der Laufwerkshersteller kann (u. U. kostenpflichtig) noch 4x einen Factory Reset vornehmen, dann ist auch diese Möglichkeit erschöpft.

Mit dem Schreiben eines Regionalcodes auf die DVD wird somit deren Abspielen für andere Regionen, die nicht freigeschaltet wurden, technisch blockiert.

Dies ist aber aus heutiger Sicht nicht mehr zu empfehlen.
Man schneidet sich von einem potentiellen Auslands-Markt ab.
Der Betrachter wird eine solche DVD/BD nicht liebgewinnen.

Man bedenke, daß eine Regionalcode-DVD/BD, die in einem Land gekauft
und in ein anderes versandt wird, Verwirrung stiften kann,
weil sie dort einfach nicht funktioniert.

Auch sind Regreßforderungen denkbar, bei denen der unter Windows
automatisch erfolgende Verbrauch einer Regionalcode-Set-Instanz
als Schaden beklagt wird.

Sie haben es in der Hand.
Machen Sie sich Freunde und verzichten Sie auf Regional Coding.

A8b: Prohibited User Operations (PUOPs)

Um die Darstellung bestimmter Programmteile zu erzwingen,
(Urheberrechtsschutzhinweise etc.) sieht die DVD-Spezifikation
bis zu 25 verschiedene Eingabebefehle auf der Fernbedienung als blockierbar vor.

Dies ist aus heutiger Sicht ebenfalls nicht mehr zu empfehlen.

Der Betrachter hat die DVD mit seinem Geld bezahlt
und will frei entscheiden können, was er sich anschaut!

Nur in seltenen Ausnahmefällen,
(etwa um Fehlbedienungen in bestimmten Menüsituationen zu vermeiden)
sollte man PUOPs einsetzen.

A8c: Kopierschutz

Bei DVD-ROM möglich, aber keine Pflicht, bei DVD+-R/RW nicht möglich.
Bei BD-ROM Pflicht! (AACS, BD+), bei BD-R/RE nicht möglich.

Da die Blockgröße der DVD-Imagedatei
durch die Art des Kopierschutzes bestimmt wird,
muß beides hier beim Authoring festgelegt werden.

Kopierschutz muß aber letztendlich
beim Replicator beauftragt und bezahlt werden.
Macrovision ist kostenlos, aber leicht zu umgehen,
CSS, AACS und weitere sind kostenpflichtig pro Glas-Master und pro Disc.


Steht die DVD/BD-Struktur vorläufig fest,
beginnt der erste DVD/BD-Berechnungsdurchlauf, das Compiling.

A9: DVD/BD-Compiling
Still-Menüs werden jetzt als MPEG2-Single-Frame (BD: auch MPEG-4, VC-1)encodiert
sowie die Menü-und Navigations-Strukturtabellen angelegt
und diese in VIDEO_TS.VOB (VMG Menu), VTS_xy_0.VOB (VTS Menus)
und deren .IFO- und .BUP-Dateien geschrieben.(DVD)
Für BD erfolgt das Multiplexing in Menü-.m2t Dateien.
Dann werden für jedes VTS aus den 3 o.g. Streamarten Video, Audio und Subpicture
Packets gebildet und zusammen mit den NAV-Packs,
die außer Zeitstempeln auch blockadressenbezogene Zeiger
für verschiedene Suchgeschwindigkeiten enthalten (4.Stream),
zu sogenannten .VOB-Dateien (Video-Object) gemultiplext.(DVD)
Für BD wird als Containerformat MPEG-2 Transport Stream verwendet. Auch hier werden bis zu 4 Elementary Streamarten gemultiplext,
hier jedoch mit universalen Block- und Zeitbezügen.
Aus diesem Grund benötigt MPEG-2TS etwas mehr Overhead als die überaus sparsame DVD-VOB-Struktur.
Getrennte Playlist- und Indexdateien erlauben leichtere Editierbarkeit.
Die Streamanzahl pro Streamart ist die gleiche wie bei der DVD.
(1-9 Video, 0-8 Audio, 0-32 Subpicture).
Ab dem Blu-ray Profile 2.0 sind 2 Video-Streams (1xHD, 1x SD)
gleichzeitig als PiP (Picture in Picture) darstellbar.
Die DVD-Menu-VOBs (VIDEO_TS.VOB, VTS_xy_0.VOB)enthalten
1 Video-Stream, 0-1 Audio Stream und 1-4 Subpicture-Streams.
Die DVD-VTS-VOBs (VTS_xy_1.VOB bis zu VTS_xy_9.VOB) können
1-9 Video-Streams, 0-8 Audio-Streams und 0-32 Subpicture-Streams enthalten.

A10: In-House-Folder-Verification
Danach erfolgt die erste von mehreren Überprüfungen
des fertigen DVD/BD-Ordners mit einem Software-DVD/BD-Player.
Nun können erste Korrekturen angebracht werden.
(Etwa an den Button-Highlights oder am Kapitel-Timing)

Gegebenenfalls erneutes Compiling. Weitere In-House-Überprüfungen folgen.

A11: Author-Endkontrolle (In-House-Disc-Pre-Verification)
Danach erfolgt die vorerst letzte Überprüfung von unserer Seite:
Der DVD/BD-Ordner wird vorerst auf DVD+RW/BD-RE geschrieben und diese Pre-Master-Disc in einem handelsüblichen Standalone-DVD/BD-Player auf korrekte Navigation und Abspielbarkeit überprüft.

A12: Kunden-Endabnahme (In-House Customer-Verification)
Nun kann, sollte und muß der Auftraggeber das Authoring-Resultat mit dieser Disc
in 2 verschiedenen DVD/BD-Playern (In-House und eigenem) überprüfen!

Dies ist die letzte Chance vor der Vervielfältigung,
noch Ausstehendes zu erledigen!
Die finanziellen Konsequenzen einer Vervielfältigung
von unerwünschten Eigenschaften trägt allein
der Auftraggeber der Vervielfältigung!

A13: Entlastung, Bezahlung und Übergabe
Entspricht das Ergebnis seinen Vorstellungen, bestätigt der Auftraggeber dies
dem Author schriftlich und entlastet ihn damit vom Risiko
der Vervielfältigung unzulänglichen Materials.

Nach Entlastung und Bezahlung der geleisteten Arbeit kann der Auftraggeber
die Masterdisc als DVD-Video auf DVD+R, -R +R DL
bzw. BDMV auf BD-R/RE oder als Imagefile auf Festplatte an sich nehmen.

ggf. A14: Außer-Haus-Überprüfung und Nacharbeiten (Customer Post-Verification)

Der Auftraggeber sollte in seinem eigenen Interesse vor der Vervielfältigung
die Masterdisc noch einmal in verschiedenen DVD/BD-Playern
und an verschiedenen Monitoren überprüfen.

Stellt der Auftraggeber innerhalb von 14 Tagen jetzt noch geringfügige Mängel fest,
werden diese im Rahmen des bisherigen Authoring-Auftrags behoben.

Auftragserweiterungen sind auch jetzt noch möglich,
werden aber getrennt berechnet.

Nach Ablauf von 14 Tagen werden alle Zwischendateien wie Intermediates, Encodes und Elementary Streams gelöscht.
Die DVD/BD-Authoring-Projektdateien sind geistiges Eigentum des DVD/BD-Authors und verbleiben im Hause.

1 Kopie der Customer Verification DVD/BD
verbleibt ebenfalls als Beleg- und Sicherheitsexemplar im Hause.

Erst jetzt sollte der Auftraggeber den Weg zur Vervielfältigung beschreiten!

Vervielfältigung (Copying)

Replication
Vervielfältigung "im großen Stil" auf mikrolithographischem Weg
durch Pressung im DVD/BD-Werk, sinnvoll für Stückzahlen ab 500 DVD/BDs,
Ergebnis ist eine DVD/BD-ROM.

Replications-Preise (nur als Beispiel, ohne Gewähr)
z.B. Fa. A in Berlin, September 2007, DVD-5 incl. 6c-Labeldruck,
Spindel: 500 St: 563.-€ +USt.; 1000 St: 713.-€ +USt.; 2000 St: 889.- € +USt.

Pre-Replication Verification
Die mit der lithographischen Vervielfältigung beauftragte Firma (Replikator)
überprüft u.U. noch einmal die logische Konsistenz des gelieferten DVD-Images,
prüft aber nicht auf eventuelle Encoding-, Design- oder Navigations-Fehler.

Post-Replication Verification
Nach Anlauf der lithographischen Vervielfältigung
sollte der Auftraggeber sich einige der ersten vervielfältigten Discs
zur letztmaligen Überprüfung auf Preßfehler zukommen lassen.

Duplication
Vervielfältigung "im kleineren Stil" auf dem Wege der beschreibbaren DVD-Disc,
sinnvoll für Stückzahlen von 1-300, Ergebnis ist eine DVD-R, DVD+R, DVD+R DL.

Duplications-Preise (nur als Beipiel, ohne Gewähr):
z.B. Fa. M in Reinbek, September 2007, DVD-R 4,7GB incl. 4800dpi-Aufdruck,
Spindel: 100 St: 119.-€ + USt.; 200St: 224.- € + USt.

Copyright

Die rechtlichen Konsequenzen der Vervielfältigung trägt allein der Auftraggeber!

Er allein muß sich vor der Vervielfältigung vergewissern,
daß er die Vervielfältigungsrechte für alle schutzfähigen Elemente der DVD/BD
(Film, Bild, Wort, Musik) besitzt!

In der Regel muß der Auftraggeber bei Beauftragung der Vervielfältigung
dem Vervielfältiger (Replicator) die dazu notwendigen Papiere vorlegen.

Authoring ist eine Dienstleistung vor der Vervielfältigung,
die nicht ins Copyright eingreift.

Copyright (c) 01.11.2009 dvd-manufactur.de

(c) dvd-manufactur.de 2009 | mail@dvd-manufactur.de

to Top of Page